Anwendungsbeispiele und Wirkungsweise:, chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankungen, Bandscheiben- und Wirbelsäulenleiden, Arthrose, die meisten Formen des Weichteil-Rheumatismus (Periarthropathien, Tendomyosen), Folgezustände nach Verletzungen und operativen Eingriffen am Bewegungsapparat, Osteoporose, gynäkologische Erkrankungen.

Bei den rheumatischen Erkrankungen wirken in erster Linie die spezifischen thermischen Eigenschaften des Moorbades bzw. der Moorpackung. Vom Wasserbad, das seine Wärme vor allem über die Konvektion des Bademediums abgibt, unterscheidet sich das Moorbad durch eine sehr intensive, direkte Wärmeleitung aus der ruhenden, pastösen Badesubstanz. Die die Haut berührende Moorschicht gleicht sich durch Wärmeabgabe sehr schnell der Hauttemperatur an, und da die Wärmenachleitung aus dem Moorbrei nur sehr langsam erfolgt, wird das Moorbad von 42° C nicht heißer empfunden als ein Wasserbad von 37° C. Unabdingbare Voraussetzung dieser thermophysikalischen Wirkung ist jedoch eine dickbreiige Konsistenz des Moorbades, das sich während der Badedauer nicht entmischen darf.

In einem etwa 15 Minuten dauernden Moorbad wird eine Erhöhung der Körpertemperatur von 1-1,5° C erreicht. Eine Temperatursteigerung von 1° C bedeutet aber eine chemische Reaktionsbeschleunigung um 10%. Alle Stoffwechselvorgänge werden deutlich beschleunigt. Das Herz pumpt bis zum doppelten Blutvolumen durch die weitgestellten Gefässe mit einer geringen Wider- standsarbeit. Gleichzeitig kommt es zu einer Aktivierung Hormonregelkreise. Teils durch die dadurch bewirkte Ausschüttung körpereigenen Hormons, teils aber auch durch biochemische Aktivität der durch die Haut resorbierten Huminstoffe wird u.a. die Bildung des Fermentes Hyaluronidase gehemmt. Eine erhöhte Hyaluronidase-Aktivität mit krankhafter Auswirkung auf die Qualität der Gelenkflüssigkeit wird als Ursache gewisser rheumatischer Erkrankungen angenommen. Neben dem Überwärmungseffekt wirkt das Moorbad auch mechanisch auf den Organismus: Auftrieb und Adhäsionskräfte führen zu einer deutlich spürbaren Entlastung von Muskeln und Gelenken, die dadurch besser “durchsaftet” werden. Die Ausatmung wird erleichtert die Einatmung erschwert. Schliesslich wirkt der hydrostatische Druck des Bademediums auch stimulierend auf Lymphsystem und Venenstämme.

Das Wirkungsziel des Moorbades richtet sich auch im Bereich der Frauenkrankheiten in erster Linie auf eine Überwärmung des Körperinneren. Die Folge ist eine intensive Durchblutung des Genitalbereiches. Nach heutiger Kenntnis darf man die Wirkung der Moortherapie auch im Be- reich der Frauenkrankheiten wohl auf einen Summationseffekt von thermophysikalischen, mechanischen und chemischen Faktoren auf der Grundlage von Resorptionsvermögen, Ionenaustausch und hormonaler Beeinflussung sehen.

Wenn ein Moortherapie erwogen wird, stellt sich neben genauer Diagnostik, Durchführung und Dosierung der Behandlung (meist im 2-tägigen Turnus) auch die Frage der Kontraindikationen. Hier ist zu bedenken, dass Wärmebehandlungen, insbesondere in Kombination mit dem Vollbad, Belastungen des Herz-Kreislaufsystems darstellen, so dass eine entsprechende Belastungsfähigkeit des Patienten gegeben sein muss. Da Wärme Entzündungen verschlimmern kann, auch die akuten Schübe chronisch entzündlicher Erkrankungen, ist sie in diesen Fällen kontraindiziert. Die beträchtliche Wirkung auf Blutgefässe, Blutzirkulation und Stoffwechsel bedeutet Zurückhaltung bei Blutungen, Ödemen aller Art und fortgeschrittenen peripheren Durchblutungsstörungen.

Das Gesundheitszentrum verfügt über zwei Moorbäder, die an einer Rühr-Mixt und Aufwärmanlage von Typ Kampmann angeschlossen sind.

Für den Inhalt dieser Seite ist eine neuere Version von Adobe Flash Player erforderlich.

Adobe Flash Player herunterladen